Tourismusausbildung zukunftsfit?

 
 

03.03.2018  |  von Harald Hafner

 

Ich arbeitete diesen Sommer an der Neuentwicklung eines 4-semestrigen Kurses (Kolleg, Akademie) mit dem Ziel diesen zukunftsfit zu gestalten. Das war deswegen spannend, da ich seit 1990 in der tertiären Ausbildung als Lektor bez. Dozent tätig bin. Die Beschäftigung mit dem Thema hat mich zu den folgenden vier Thesen geführt:

 

Bakkalaureat, die „Neue Matura“: Zukunftsfit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Anforderungen an die Methodenkompetenz und kognitive Fähigkeiten steigen werden. Darüber hinaus muss entsprechende fachliche und soziale Kompetenz entwickelt sowie Berufserfahrung und Branchenkenntnis vermittelt werden.

 

Duales Konzept: Ich gelangte relativ bald zur Erkenntnis, dass das im deutschsprachigen Europa bewährte duale Ausbildungskonzept zur Anwendung gelangen sollte. Es ist die Vernetzung von (Hoch)Schule und Praxis, die dem Ausbildungsziel am besten gerecht wird. Diese Vernetzung muss, im Sinne deutscher Berufsakademien, über die derzeitigen Kooperationen hinausgehen.

 

Wissensvermittlung: Wichtiger als Inhalte ist die Form der (nachhaltigen) Vermittlung. Dabei gelangte ich zur Unterscheidung zwischen Inhalten die gelernt und jenen die gelehrt werden sollten. Jene Inhalte die man sich durch lernen aneignet müssen zeit- und ortsunabhängig auf allen Endgeräten (mobil, stationär) in relevanten Formaten (Audio, Video) zur Verfügung stehen. Für Inhalte die gelehrt werden müssen gilt in etwa das Gegenteil. Ich muss mich an einem bestimmten Zeitpunkt und Ort einfinden. Wegen eines Vortrages würde ich da nur in den seltensten Fällen hingehen wollen. Da sollte es dann schon etwas sein, wofür sich der zusätzliche Aufwand lohnt.

 

Digitalisierung: Zukunftsfit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es eines „Fit‘s“ mit der technologischen Entwicklung bedarf. E-Learning sollte dabei als integrierter Bestandteil des Angebots betrachtet werden. Die Vision/das Ziel ist dabei die Form des 1:1 Learnings. Dabei orientieren sich Inhalte und Vermittlung an der emotionalen und kognitiven Befindlichkeit der Lernenden.

 

Für alle angeführten Thesen gilt, dass es den Lernenden vor allem eine Freude sein soll, Wissen zu erlangen. Freude am Lernen fördert die Neugier und die Motivation sich selbstbestimmt mit einem Thema auseinander zu setzen. 

 

Der Travel Industry Club Austria führt im März eine Befragung zum Thema durch. Sie haben dabei die Möglichkeit Ihr „ideales Ausbildungsprogramm“ zusammen zu stellen. Die Befragung wendet sich an Praktiker, Lehrende und Lernende um herauszufinden welche Prioritäten bestehen.



Fragebogen Tourismusausbildung zukunftsfit?